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Berchtesgadener War: traditionelles Handwerk aus Berchtesgaden

Berchtesgadener War: Handwerkskunst aus Berchtesgaden – Bergundbahn.com
Quelle: Marjolein van den Berg

Eine jahrhundertealte Handwerkstradition

Das Berchtesgadener Land in Deutschland ist bekannt für seine beeindruckende Berglandschaft und den bezaubernden Königssee. Es ist eine Region mit einer reichen Geschichte und wunderschöner Natur. Weniger bekannt in der Öffentlichkeit ist das traditionelle Handwerk, das hier seit Jahrhunderten ausgeübt wird: die Berchtesgadener War. Das Wort „War” bedeutet „Waren” und bezieht sich auf eine breite Palette handgefertigter Produkte, die von Spielzeug bis zu Haushaltsgegenständen reichen. Die traditionell bemalten und handgefertigten Spielfiguren, Kochlöffel und Schachteln werden hier noch immer mit viel Liebe und handwerklichem Geschick hergestellt.

Berchtesgadener War

Das Berchtesgadener Handwerk hat seinen Ursprung bereits im 16. Jahrhundert. Die armen Bauern hatten im Winter wenig Arbeit und suchten daher nach einer Möglichkeit, dennoch ein Einkommen zu erzielen. Holz war reichlich vorhanden, und es gab eine Nachfrage nach Spielzeug und Haushaltsgegenständen. In den schneefreien Monaten wurden die Waren von Hausierern zu Fuß mit einem großen „Rucksack” in Städte und Dörfer gebracht, um sie dort zu verkaufen. Der Berchtesgadener War wurde bis nach Venedig im Süden und nach München, Nürnberg und Regensburg im Norden verkauft. Einer der bekanntesten Hausierer war Anton Adner. Strickend, meist Socken, wanderte er von Stadt zu Stadt, um seine Waren zu verkaufen. Sein Grab befindet sich noch heute auf dem alten Friedhof in Berchtesgaden.

Arschpfeifenrössl

Unter den Berchtesgadener Waren befanden sich vor allem Spielzeug und Haushaltsgegenstände. Wunderschön verzierte Kochlöffel und Aufbewahrungsdosen, Pferdchen, Kutschen, Vögelchen und viele weitere kleine Figuren aus Holz. Eine der bekanntesten Spielzeugfiguren ist das „Arschpfeifenrössl” oder auf Bayerisch „Oaschpfeifirössl”. Ein Pferdchen mit einem Reiter und einer Pfeife als Schwanz. Diese Holzschnitzerei war früher sehr beliebt und erfreut sich heute wieder großer Beliebtheit. Seit 2010 findet man die „Oaschpfeifirössl” auch als Symbol für die Adventszeit in Berchtesgaden.
Leider ging die Nachfrage nach Holzspielzeug zurück, als Blechspielzeug auf den Markt kam. Glücklicherweise fand der Künstler Anton Reinbold die rettende Lösung: Weihnachtsdekorationen. Auf diese Weise blieben die bunten Figuren nützlich und auch heute noch werden Weihnachtsbäume mit diesem wunderschönen Handwerk geschmückt. Mehr noch, sie werden immer beliebter. 

Traditionelle Ostereier

Nicht nur zu Weihnachten sind traditionell gefertigte Dekorationen beliebt, auch zu Ostern kommt man in Berchtesgaden voll auf seine Kosten. Hier findet man nämlich noch echte, handbemalte Ostereier aus Holz. Die Holzeier werden von einem Drechsler aus Ramsau hergestellt und anschließend unter anderem in einem Kunsthandwerksladen in Berchtesgaden von Hand bemalt. So können Sie sowohl Ihren Weihnachtsbaum als auch Ihren Osterzweig mit Berchtesgadener Handwerkskunst schmücken.

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Wer das Berchtesgadener Land besucht, wird zweifellos einmal mit dem traditionellen Berchtesgadener War in Berührung kommen. Die Handwerker dieser Region sind stolz auf ihr Handwerk und ihre Produkte und pflegen eine jahrhundertealte Tradition. Von bunten Spielzeugen bis hin zu bemalten Ostereiern. Das Handwerk aus Berchtesgaden hält ein Stück regionale Kultur am Leben.

Häufig gestellte Fragen

  • Was muss man in Berchtesgaden gesehen haben?

    Die absoluten Highlights von Berchtesgaden sind der Königssee, bekannt für sein smaragdgrünes Wasser und die Wallfahrtskirche St. Bartholomä, sowie das Kehlsteinhaus (Eagle's Nest) mit seiner beeindruckenden Aussicht und bewegten Geschichte. Außerdem sollten Sie sich einen Besuch des Salzbergwerks und einen Spaziergang durch das malerische Dorfzentrum nicht entgehen lassen, wo Sie auch den traditionellen Berchtesgadener War finden.

  • Was ist typisch für Berchtesgaden?

    Typisch für Berchtesgaden ist die tief verwurzelte bayerische Tradition, die sich in der Tracht (Lederhosen und Dirndl) und der einzigartigen Volkskunst wie dem Berchtesgadener War widerspiegelt. Darüber hinaus ist die Region bekannt für den beeindruckenden Watzmann, den dritthöchsten Berg Deutschlands, und den kristallklaren Königssee. Auch der jahrhundertealte Salzabbau, der die Region reich gemacht hat, ist untrennbar mit der lokalen Identität verbunden.

  • Brauchen Sie in Berchtesgaden ein Auto?

    Nein, ein Auto ist nicht unbedingt notwendig. Die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region sind ausgezeichnet; mit der Gästekarte (die Sie bei Ihrem Aufenthalt erhalten) können Sie sogar fast alle Regionalbusse kostenlos nutzen. Damit erreichen Sie bequem den Königssee, den Ausgangspunkt für die Wanderung zum Kehlsteinhaus und die umliegenden Dörfer. Nur für abgelegene Bergwanderungen oder Ausflüge abseits der ausgetretenen Pfade kann ein eigenes Auto praktischer sein.

  • Welche Schluchten gibt es im Berchtesgadener Land?

    Die bekannteste und spektakulärste ist die Almbachklamm, in der sich auch die älteste Marmorkugelmühle Deutschlands befindet. Ein weiteres Highlight ist die Wimbachklamm in Ramsau, die durch ihre zahlreichen Wasserfälle beeindruckt, die von den steilen Wänden herabstürzen. Beide Schluchten sind über gut gepflegte Holzbrücken und Wege zugänglich und bieten einen spektakulären Blick auf die Kraft des Bergwassers.

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